Cádiz 2026

zwei Wochen am Atlantik

Cádiz liegt auf einer Landzunge, die an manchen Stellen kaum breiter ist als ein paar Straßenzüge — rundherum Atlantik. Wer so wohnt, bekommt Wind. Nicht gelegentlich mal, sondern als Grundzustand.

Und zwar gleich zwei, die sich hier um die Vorherrschaft streiten, und beide haben einen Namen. Der Levante kommt von Osten, aus dem Landesinneren — trocken, warm und, wenn ihm danach ist, richtig ruppig. Der Poniente kommt von Westen, direkt vom offenen Atlantik, und bringt mit, was das Meer eben hat: Feuchtigkeit und Kühle.

Man muß das nicht nachlesen, man spürt es am eigenen Leib. An unseren letzten beiden Tagen drehte der Wind — aus über 30 Grad wurden gut 20. Derselbe Ort, dieselbe Woche, zehn Grad weniger, nur weil aus Ost West geworden war.

Zwei Wochen haben wir uns das angesehen. Und um das Ergebnis gleich vorwegzunehmen: wir kommen wieder.

Blick über türkisfarbenes Wasser auf die Silhouette von Cádiz: eine flache Stadtzeile am Horizont, davor eine Landzunge mit heller Ufermauer und dunklen Felsen im Wasser. Briefmarke mit gezacktem Rand, darauf ein weißes Straßenschild mit der Aufschrift Cádiz; darüber ein runder Poststempel mit dem Datum 03.09.2026.
Die Stadt vom Wasser aus, von der Ufermauer am Campo del Sur — aufgenommen am 12. September.

Die Tage, der Reihe nach

  1. Ein weißes Hotelhochhaus hinter hohen Palmen an einer leeren Straßenkreuzung im Morgenlicht.

    03.09.

    Um 01:30 klingelte der Wecker, um 02:00 stand das Taxi vor der Tür. Pushback schon um 04:41, gelandet nach 2:34 statt der avisierten 2:40 — und das Frühstück lief fast vollständig auf Spanisch.

    Ankunft
  2. Die Kathedrale von Cádiz im Gegenlicht, die Sonne steht direkt über ihrem Giebel, rechts eine hohe Palme.

    04.09.

    Drei Kreuzfahrtschiffe lagen im Hafen, dazu ein Großsegler: die Amerigo Vespucci. Mit dem roten Bus einmal die ganze Runde zur Orientierung — und das Mysterium der Souvenirläden gelöst.

    Cádiz
  3. Blick senkrecht in die Takelage eines Großseglers: Masten, Rahen und ein dichtes Netz aus Tauwerk, dazwischen eine rote Flagge.

    05.09.

    Open Ship auf der Amerigo Vespucci. Vor 36 Jahren bin ich ihr mit der Gorch Fock in Livorno begegnet und habe es verpaßt, an Bord zu gehen. Heute nachgeholt — damit schließt sich ein Kreis.

    Cádiz
  4. Blick vom Hotelbalkon am Morgen: ein fast leerer Sandstrand mit Palmenreihe und zusammengeklappten Sonnenschirmen, dahinter ruhiges Meer.

    06.09.

    Erweitertes Nichtstun: Balkon, Supermarkt, Sonne — bis es anfing, nach gebratenem Speck zu riechen. Nachmittags zog die Amerigo Vespucci noch einmal vorbei, diesmal fünf Seemeilen draußen.

    Cádiz
  5. Große begrünte Buchstaben bilden den Schriftzug GIBRALTAR auf einem gepflasterten Platz, dahinter Hochhäuser.

    07.09.

    Wecker um 6:30 für einen Tagesausflug, die Abholung verlief erwartungsgemäß chaotisch. Dafür ein Eintrag auf der Bucket List: Sassi war zum ersten Mal in Großbritannien. Gibraltar

    Gibraltar Kühlschrankmagnet in Form des Felsens von Gibraltar: vier Berberaffen sitzen davor — drei halten sich Augen, Ohren und Mund zu, der vierte schaut auf ein Smartphone. Darunter der Schriftzug GIBRALTAR und ein Union Jack.
  6. Eine Pfanne Paella mit Garnelen, Muscheln und Zitrone, daneben ein Glas und eine Cola-Dose.

    08.09.

    Der Pool öffnet erst um 10:30 — das sperrt aus, wer morgens um sechs die Liege reserviert und dann frühstücken geht. Es dauerte fast 15 Minuten, bis die letzte belegt war. Jerez de la Frontera

    Jerez
  7. Eine blaue Bodenkachel im Gehweg mit der gelben Jakobsmuschel und der Aufschrift Camino de Santiago.

    09.09.

    Heute war richtig Urlaub. Und mitten im Gehweg der Strandpromenade steckt eine stilisierte Jakobsmuschel: das hier ist tatsächlich ein Jakobsweg, der Camino del Estrecho.

    Cádiz
  8. Ein Sporthafen voller Segelboote mit aufragenden Masten, im Hintergrund eine Festungsmauer.

    10.09.

    Der Tag fing kurz nach vier an, als Sassi mich weckte und fragte, was das für ein grelles Licht über der Tür sei. Es war die Notbeleuchtung — Stromausfall im Hotel. Rota

    Rota
  9. Sonnenuntergang über dem Atlantik vom Balkon aus: oranger Himmelsstreifen über dunklem Meer, darunter die beleuchtete Strandpromenade.

    11.09.

    Heute nur ganz kurz, exorbitanter Urlaubsfaulheit geschuldet: wir waren wirklich nur essen. Brochetas colgantes, hängende Fleischspieße — sehr lecker.

    Cádiz
  10. Das Castillo de San Sebastián: eine wuchtige Festungsmauer aus hellem Stein, umspült von türkisfarbenem Wasser.

    12.09.

    So schön geplant: den zweiten Tag im roten Bus nutzen, ein paar Punkte in der Altstadt abfahren und vielleicht noch Karten für Cádiz CF gegen Las Palmas bekommen. Es kam anders.

    Cádiz
  11. Große weiße Buchstaben bilden den Schriftzug CÁDIZ an einer Straße, dahinter Palmen und die Schrägseilbrücke.

    13.09.

    Eigentlich wollte ich gar nichts machen. Dann fiel uns auf, daß wir die andere Seite der Halbinsel noch nie gesehen hatten — dabei ist die nur 950 Meter breit.

    Cádiz
  12. Die Hotelfassade von unten gesehen, weiße Balkonreihen vor tiefblauem Himmel, im Vordergrund ein Sonnenschirm.

    14.09.

    Wir haben uns einen fast kompletten Tag im Hotel gegönnt und nach zwei Wochen zum ersten Mal die Poolbar ausprobiert.

    Auszeit
  13. Ein schmiedeeiserner schwarzer Stier als Wandschild an einer weißen Hauswand.

    15.09.

    Plan A war gewesen, in El Puerto de Santa María, wo wir beim letzten Mal die Fähre gar nicht verlassen hatten, diesmal auszusteigen. Hat geklappt — auch wieder anders als gedacht. El Puerto de Santa María

    El Puerto
  14. Der Strand am Abend: Palmen im Gegenlicht, das Meer ruhig, am Horizont die Silhouette der Festung.

    16.09.

    Letzter voller Urlaubstag, außer Packen fast gar nichts. Abends noch einmal die MSC Virtuosa, die vor dem Sonnenuntergang aus dem Hafen zog.

    Cádiz
  15. Ein Flugzeug am Flughafen mit ausgefahrener Gangway unter bewölktem Himmel.

    17.09.

    Um 05:40 die Abholung, und es kamen gleich zwei Wagen: ein Tesla und ein Minibus. Die Fahrer waren Cousins. Keine alte Sau unterwegs um die unchristliche Uhrzeit.

    Rückreise
Kühlschrankmagnet mit der Silhouette von Cádiz: Kathedrale mit goldener Kuppel, Türme und Festungsmauern in Relief, darunter der Schriftzug Cádiz in goldener Schreibschrift.

Wie diese Seite entstanden ist

Die Erzählung stammt aus meinen eigenen Beiträgen: 21 Texte, abends während der Reise geschrieben, zusammen rund 64.000 Zeichen.

Für diesen Blog wurden sie mit KI-Unterstützung neu geordnet und gekürzt. Jedes Kapitel erzählt den Tag, an dem etwas passierte — nicht den Abend, an dem ich es aufschrieb. Formulierungen sind teils übernommen, teils neu gefaßt. Hinzuerfunden wurde nichts: Was in keiner Quelle stand, steht auch nicht auf dieser Seite.

Alle Fotos und Videos sind meine eigenen Aufnahmen. Sie sind beschnitten und fürs Web verkleinert, sonst unverändert. Die Videos sind absichtlich stumm.

Gezeichnet ist der Rest. Die Seite selbst wurde mit KI gebaut, ebenso der Papierhintergrund, die Reiter, die Briefmarke und die Karte. Die Karte zeigt die Orte, an denen wir waren — sie ist gezeichnet und nicht maßstabsgetreu.

Auch die beiden Kühlschrankmagnete sind gezeichnet. Es gibt sie wirklich, wir haben sie gekauft; was hier klebt, sind nachgezeichnete Abbilder und keine freigestellten Fotos.

Wohin wir gekommen sind

Die Basis war Cádiz. Von dort ging es an vier Tagen weiter — einmal quer zur Meerenge, zweimal über die Bucht und einmal ins Landesinnere.

Ein Ort führt zu dem Tag, an dem wir dort waren.