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13.09.

Ein nettes Mützchen Wind

Nach der Anstrengung vom Vortag wollte ich gar nichts machen. Daraus wurden knapp drei Kilometer — und der Levante hat mir dabei das Käppi weggepustet.

Blick über die Bucht von Cádiz auf die weiße Schrägseilbrücke, davor ankern zahlreiche kleine weiße Boote im flachen Wasser.
Die andere Seite der Halbinsel — und die Brücke, die es bei meinem ersten Besuch noch nicht gab.

Nach der Anstrengung vom Vortag wollte ich heute eigentlich gar nichts machen. Also haben wir beschlossen, nur schnell zum Burger King zu gehen und dann für den Rest des Tages im Hotelzimmer rumzuoxidieren.

Und dann fiel uns auf, daß wir ja noch gar nicht auf der anderen Seite der Halbinsel waren. Dabei ist die nur 950 Meter breit.

Auf dem Weg dorthin sahen wir am Paseo Marítimo einen Haufen Drahtesel — mit Mein Schiff-Aufdruck.

Etwa ein Dutzend blaue Leihfahrräder stehen dicht an dicht an einer hellen Steinmauer auf der Promenade abgestellt.
Die Flotte war schon da. Die Besatzung noch nicht weit.

Die Mein Schiff 6 ist also wieder hier, zusammen mit der Liberty of the Seas und der La Belle de Cádiz, einer Art Flußkreuzfahrtschiff, das wohl hier die Küste auf und ab fährt. Demzufolge waren auch die roten Busse heute wesentlich besser ausgelastet als gestern. Brauchte uns nicht zu kümmern, wir waren eh per pedes unterwegs.

Unterwegs fühlte ich mich plötzlich an eine Szene aus Better Call Saul erinnert. Nur waren die Schuhe gelb statt rot, es war kein Lieferwagen zu sehen, und Schüsse waren auch keine zu hören.

An einem Kabel vor einer weiß-roten Hausfassade hängt ein Paar gelber Schuhe, zusammengeknotet an den Schnürsenkeln, vor blauem Himmel.
Gelb statt rot. Und niemand hat geschossen.

Eine schöne Skulptur mit einem Paten-Tanker haben wir auf dem Weg auch noch gesehen. Patentanker! Mensch!

Auf einer Verkehrsinsel steht ein großer rostroter Patentanker als Denkmal, dahinter Palmen und helle Gebäude.
Ein Patentanker. Kein Tanker mit Paten.

Und jetzt habe ich endlich auch ein paar Bilder von der „neuen" Brücke, der Puente de la Constitución de 1812.

Bei meinem ersten Besuch in Cádiz gab es sie noch nicht — sie wurde erst 2015 eingeweiht. Vorher führte der Weg auf die Landzunge entweder über die Klappbrücke oder ganz um die Bucht herum über den Damm.

Ein altes weißes Ruderboot liegt auf einem hölzernen Steg am Ufer, im Hintergrund spannt sich die Schrägseilbrücke über die Bucht.
Alt und neu, in einem Bild.

Als wir uns den Letras de Cádiz näherten — solche Buchstabenmonumente gehören an Touristenorten ja mittlerweile zur Tradition — überholte uns plötzlich eine Fahrradgruppe. Von der Mein Schiff. Dann noch eine. Und noch eine. Und noch eine.

Insgesamt vier unabhängige Gruppen, die ausgerechnet zu der Zeit zu den Buchstaben wollten, als wir auch gerade dort ankamen.

Die überlebensgroßen weißen Buchstaben des Schriftzugs CÁDIZ auf der gepflasterten Promenade, dahinter eine Palme im Wind.
Zwischen zwei Fahrradgruppen. Es ging sich gerade aus.

Zum Glück haben sie sich nicht übermäßig lange dort aufgehalten. Allerdings muß man sagen, daß es dort außer ein paar gut ausgestatteten Selfie-Punkten — in die man sein Handy einspannen und mit Selbstauslöser Selfies machen kann — nicht allzu viel gibt. Und kaum waren die vier Fahrradgruppen weg, war auch so gut wie niemand mehr da. Die Promenade war bis auf zwei, drei andere Pärchen wie leergefegt.

Das könnte natürlich auch ein bisschen am Levante gelegen haben, dem kräftigen Ostwind, für den Cádiz berühmt und ein wenig berüchtigt ist. Denn der hat richtig ordentlich gepustet: Mir hat es einmal sogar das Käppi weggepustet, so daß ich es zeitweise lieber am Gurt befestigt habe. Aber das war wirklich ein nettes Mützchen Wind.

15:39 Uhr. Der Levante, wie er sich anfühlt — nur ohne den Ton dazu.

Die Videos sind nämlich stumm, und das mit Absicht: ohne Tote Katze, wie der pelzige Windschutz überm Mikrofon im Fachjargon heißt, wird das mit dem Ton bei so einem Wind nix.

Insgesamt sind aus dem kleinen Rundgang dann doch wieder knapp drei Kilometer geworden. Dabei wollte ich doch einfach nur rumgammeln heute.

Nachtrag, kurz vor 20 Uhr: Jetzt habe ich endlich mal das erwischt, was hier in Cádiz als einziges gelegentlich unangenehm werden kann. Der Wind treibt feinen Sand über den Strand — und in geringerem Umfang auch über strandnahe Teile der Stadt — wodurch man gleich noch kostenlos sandgestrahlt wird.

19:58 Uhr, vom Balkon. Die Schlieren über dem Sand sind der Wind.

Teure Peeling-Anwendungen kann man sich hier sparen. Die besorgt Mutter Natur.

Ein diffuser Himmel in Sandtönen ohne erkennbaren Horizont: feiner Staub in der Luft färbt das Licht beige und verschluckt die Konturen.
20:58 Uhr. Das ist kein Nebel, das ist Strand.
Sonnenuntergang über dem Meer: ein breites orangefarbenes Band am Horizont unter dunkelblauem Himmel, im Vordergrund die Silhouette des Balkongeländers.
Und dann doch wieder das hier.

Nach Sonnenuntergang zog dann noch die Mein Schiff 6 vorbei, auf Kurs Málaga.

Wie diese Seite entstanden ist

Die Erzählung stammt aus meinen eigenen Beiträgen: 21 Texte, abends während der Reise geschrieben, zusammen rund 64.000 Zeichen.

Für diesen Blog wurden sie mit KI-Unterstützung neu geordnet und gekürzt. Jedes Kapitel erzählt den Tag, an dem etwas passierte — nicht den Abend, an dem ich es aufschrieb. Formulierungen sind teils übernommen, teils neu gefaßt. Hinzuerfunden wurde nichts: Was in keiner Quelle stand, steht auch nicht auf dieser Seite.

Alle Fotos und Videos sind meine eigenen Aufnahmen. Sie sind beschnitten und fürs Web verkleinert, sonst unverändert. Die Videos sind absichtlich stumm.

Gezeichnet ist der Rest. Die Seite selbst wurde mit KI gebaut, ebenso der Papierhintergrund, die Reiter, die Briefmarke und die Karte. Die Karte zeigt die Orte, an denen wir waren — sie ist gezeichnet und nicht maßstabsgetreu.

Auch die beiden Kühlschrankmagnete sind gezeichnet. Es gibt sie wirklich, wir haben sie gekauft; was hier klebt, sind nachgezeichnete Abbilder und keine freigestellten Fotos.

Wohin wir gekommen sind

Die Basis war Cádiz. Von dort ging es an vier Tagen weiter — einmal quer zur Meerenge, zweimal über die Bucht und einmal ins Landesinnere.

Ein Ort führt zu dem Tag, an dem wir dort waren.